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Die HW-Bambinis

Aktualisiert: 31. Okt. 2021

Nach einigen Berichten zur Ersten und den älteren Mannschaften von HW ist es nun hoch an der Zeit, auch das Team mit den meisten Neuzugängen und damit jenes am anderen Ende der Altersskala vorzustellen: Die HW-Bambinis bzw. die "U6"! Und sogar bei diesem Team gibt es einige interessante "statistische Daten", wenn auch der etwas anderen Natur. Wir haben dazu die Trainerin der Bambinis, Eva Huber, zum Interview geladen.


Seit inzwischen vielen Jahren coacht Du - gemeinsam mit Weggefährtinnen wie Traude Glatzl, Elke Buzzi oder derzeit Madita Plöb - die Jüngsten von HW. Und es sind wirklich immer die Jüngsten, die durch Deine HW-Bambini-Fußballschule gehen.

Seit wann genau bist du eigentlich Trainerin der Bambinis und wolltest du nie auch ältere Teams trainieren?


Eva Huber: "Also gefühlt mache ich das beinahe schon "ewig". Im Ernst, ich weiß es nicht einmal genau. Aber es muss schon lange sein. Bei einem Spiel der heutigen U15 sehe ich einige Spieler, denen ich noch geholfen habe, ihre Schuhbänder zu binden.

Wenn man mit einer Altersgruppe besonders gut umgehen kann - was ich von mir und unseren Jüngsten jetzt einfach einmal behaupte - sollte man diese Stärke auch nutzen. Sicher nicht ganz zufällig wird es auch in internationalen Profivereinen so gehandhabt, dass die TrainerInnen nicht einfach die verschiedenen Altersstufen durchlaufen, indem sie mit ihren Kindern "mitgehen".


Was möchtest du mit deinem Training erreichen und den Kindern mitgeben?


Eva Huber: "Ich möchte Spiel und Spaß vermitteln, keinen Druck, keinen Zwang. Nicht einmal Fußball oder Technik halte ich in diesem Alter für wirklich wichtig. Eine gute körperliche Koordination hat für mich einen wesentlich höheren Stellenwert. Die bringt einen jedenfalls weiter, auch wenn man vielleicht nicht beim Fußball bleibt. Es ist ja kein Zufall, dass die Spieler in der Champions-League zum Beispiel nach einem Tor locker einen Salto hinlegen. Die sind dort, wo sie sind, weil sie eben eine fast artistische Körperbeherrschung haben. Und der Grundstein dazu wird in jungen Jahren gelegt."


Aber eine frühe Vorbereitung vor allem für ambitionierte Kinder und Eltern kann ja nicht schaden?


Eva Huber: "Wenn manchchmal Eltern meinen, der Fußball käme bei mir zu kurz und ein fußballerischer Drill würde die Fußballkarriere ihrer Kinder fördern, kann ich dem nur vehement widersprechen. Wer seinem Kind schon im Kleinkindalter eine einseitige Entwicklung zum Fußballer oder zur Fußballerin vorgibt, wird damit sicher scheitern".


Aber sollten nicht Kinder zumindest früh lernen, sich durchzusetzen und gewinnen zu wollen?


Eva Huber: "Den Willen zum Gewinnen haben die meisten Kinder ohnehin, den muss man nur äußerst selten fördern. Teamgeist und soziale Kompetenz dagegen sind etwas, das gerade in diesem Alter geprägt werden kann und sollte. Und auch die zu diesem Zeitpunkt vielleicht gerade Schwächeren mitzunehmen. Das macht echten Teamgeist aus. Das sehe ich übrigens auch als soziale Verantwortung von HW, genau das zu vermitteln."


Was motivert dich nach so vielen Jahren noch immer, auf den Fußballplatz zu kommen und dich bei Wind und Wetter den manchmal doch anstrengenden Kindern zu stellen?


Eva Huber: "Auch ich komme nicht immer bestens gelaunt auf den HW-Platz. Auch wenn man mir das hoffentlich nicht ansieht (lacht). Aber nachdem ich in die vielen freudigen Kindergesichter schauen durfte, sehe wie sie Spaß haben, wie sie sich entwickeln, dankbar sind für ihre kleinen Erfolge und aus ihren Misserfolgen auch lernen, das ist für mich mit nichts aufzuwiegen. Und so bin ich noch nach jedem Training mit einer extrem positiven Stimmung nach Hause gefahren."


Welche Kinder wünscht du dir eigentlich für deine Bambini-Gruppe?


Eva Huber: "Welche Kinder? Im richtigen Alter am liebsten alle, auch wenn das aufgrund beschränkter Kapazitäten und Ressourcen leider nicht geht. Es freut mich aber jedenfalls, dass wir Kindern aus allen Ecken Wr. Neustadts und mit den unterschiedlichsten Hintergründen bei uns eine Zeit lang eine sportliche Heimat bieten können. Quasi Diversität auf unterster Ebene - und die ist auch in diesem Alter schon enorm wichtig.

Die Eltern gerade kleinerer Kinder machen gerade - Stichwort Corona - eine schwierige Zeit durch, da ist schon eine Stunde Auszeit ein Gewinn. Und auch in dieser Hinsicht unterstütze ich gerne."


Eva, vielen Dank für das Interview und deine Arbeit!


Noch zur Statistik:

Mit einem Kader von 33 SpielerInnen ist die U6 das größte Team von HW, was auch ein Training in zwei Gruppen erforderlich macht.

Während sich bei anderen Kinder- und Jugendteams meist nur ein oder maximal zwei Jahrgänge treffen, sind es bei den Bambinis gleich vier. Dementsprechend ist der jüngste Spieler der U6 vor kurzem erst drei Jahre alt geworden, die "älteste" Spielerin ist 6,5 Jahre alt.

Ebenfalls erwähnenswert sind gleich drei Geschwisterpaare und sogar Drillinge in der U6!


Die Bedeutung der U6 hat ein langjähriger HW-Insider einmal so formuliert: "Wir versuchen, in vielen Bereichen positive Akzente zu setzen und konnten uns dadurch v.a. in der Kinder- und Jugendarbeit einen guten Ruf erarbeiten. Den größten Unterschied macht und den größten Beitrag leistet in Wirklichkeit aber wahrscheinlich unsere U6."


Hier ein paar fotografische Eindrücke vom Bambini-Training: